Tipps & Tricks für schnellen Humus

So geht
Humusaufbau
auf dem Acker.

Das Wichtigste beim Aufbau von Humus:

Kohlenstoff / Stickstoff-Verhälntnis (C/N)

Eigentlich ist Humsaufbau auf Ackerflächen sehr einfach. Es dreht sich alles um das richtige Kohlenstoff / Stickstoff-Verhältnis. Natürlich spielen hier noch andere Faktoren eine Rolle, doch die Grundlage bei der nachhaltigen Bewirtschaftung von Ackerflächen ist tatsächlich das C/N-Verhältnis. Dieses Verhältnis bestimmt ob Humus aufgebaut oder abgebaut werden kann. Landwirte, die dieses Verhältnis über Jahre im Auge haben, brauchen sich um Ihre Bodenqualität keine Gedanken machen, denn der Humusgehalt kennt eigentlich nur in eine Richtung: nach oben.

Humus hat ein C/N-Verhältnis von ca. 10/1. Ganz einfach betrachtet, Landwirte die mit einem Verhältnis von unter 9/1 Ihren Acker bewirtschaften bauen Humus ab und Landwirte die mit einem Verhältnis von über 11/1 Ihren Boden “düngen” bauen Humus auf.

Das liegt daran, das bei einem geringen Kohlenstoffanteil im Boden der Stickstoff keine Möglichkeit hat am Kohlenstoff anzuhaften, er wird “ausgewaschen” und endet in der Regel irgendwann im Grundwasser. Ist ausreichend Kohlenstoff im Boden vorhanden, verbindet sich der Stickstoff mit dem Kohlenstoff – Humus kann entstehen.

Als Beispiel, Jauche hat ca. ein C/N-Verhältnis von ca. 2/1 und Weizenstroh ein Verhältnis von ca. 90/1 – es kommt also immer auf das Verhältnis beim Düngen an. Eine komplette Liste der C/N-Verhälntisse der Landwirtschaftskammer für einen schnellen Humusaufbau findet Ihr hier.

„Nine One One:
Humus kann!”

„Ein Schwamm
der alles speichert.” 

Wozu soll ich Humus aufbauen?

Humus speichert Wasser, Nährstoffe und "CO2"

Humus fördert die Bodenfruchtbarkeit – das geschieht unter anderem durch zahlreiche physikalische Funktionien im Boden. Durch die enthaltenen Huminstoffe verkleben die Bodenteilchen zu einem großen, „porigen Schwamm“ der mehr als das 20-fache seines Eigengewichtes an Wasser speichern kann. Das ist besonders in Trockenperioden wichtig, da eine längere Versorgung der Pflanzen gewährleistet ist. Auf sandigen Böden ist der Humusanteil sogar oft der einzige Faktor im Boden, der Wasser speichern kann.

Viele Nährstoffe sind im Humus fest gebunden, die mit der Zeit durch Bodenlebewesen pflanzenverfügbar gemacht werden. Landwirtschaft auf gesunden, humushaltigen Boden unterliegt also ganz anderen Düngeempfehlungen als der konventionelle Ackerbau. Die organischen Substanzen sind wie ein Vorratsdünger zu sehen der jährlich bis 5% abgebaut werden kann.

Zusammen mit natürlichen Tonelementen besitzt der Humus auch mechanische Zwecke. Ton-Humus-Komplexe sorgen für Stabilität für schwere Maschinen bei der Bodenbearbeitung oder für Errossionsschutz zum Beispiel bei Wind oder Starkregen-Ereignissen.

Zu guter Letzt fungiert der Humus als Kohlenstoiffsenke. Humus besteht aus C, er bindet dauerhaft Kohlenstoff und hat damit einen großen Beitrag zum Klimaschutz. Das kann der Landwirt selbst testen und davon profitieren, z.B. unter www.agricoin.de ein Service der CO2 Zertifikate in der Landwirtschaft anstrebt.

Wie bewirtschafte ich den Acker nachhaltig?

Bodenbearbeitung für Humusaufbau

„Pflügen kostet Humus!“ – ob diese Aussage wirklich stimmt ist mittlerweile nicht mehr ganz so sicher. Der Bodenforscher des Thünen-Instituts Dr. Axel Don hat nach Auswertung zahlreicher Studien Zweifel an der Idee auf Pflügen generell zu verzichten: “Für eine Klimabilanz ist mehr als ein im wahrsten Sinne des Wortes oberflächlicher Blick nötig. Während es an der Bodenoberfläche unter Direktsaat zu einer Humusakkumulation kommt, nimmt der Humusgehalt in den darunter liegenden Schichten der Ackerkrume ab.”

Während auf der einen Seite behauptet wird, “ohne Pflug gelangt der auf dem Feld liegende Kohlenstoff nicht in die Tiefe” und auf der anderen Seite “durch die ungepflügten Wurzeln kommt genug Organic in die unteren Ackerschichten” wird die Wahrheit wohl wie so oft in der Mitte liegen. Deutlich weniger pflügen scheint ein guter Kompromiß zu sein um das Bodenleben in Ruhe arbeiten zu lassen und trotzdem eine Kohlenstoffvermengung in den Bodenschichten zu gewährleisten. 

Eine Pflugtechnik die besonders an Hängen zum Einsatz kommt, wird durch die häufiger werdenen Trockenphasen auch in der Flächenlandwirtschaft in den nächsten Jahren Zuwachs bekommen: Untergrundpflüge, Keyline-Pflüge oder Yeomanns-Plüge sind eine schonende Art Wasser im Boden einfließen zu lassen ohne die Krumme auszutrocknen. 

Fazit: Eine intensive Bodenbearbeitung mineralisiert die Nährstoffe und zerstört das Bodengefüge in Form von Mykorrhizapilzen und Bakterien. Wurzeln tragen zudem 2,3x mehr zum organischen Kohlenstoffgehalt im Boden bei als die gleiche Menge oberirdischer Biomasse – also kann weniger pflügen mehr Kohlenstoff im Boden bedeuten.

„….weniger pflügen,
mehr Humus?”

„Mehr Kohlenstoff auf dem Acker
als von dem Acker.”

Was kann ich anbauen um Humus aufzubauen?

Fruchtfolgen für Humusaufbau

Ein ausgeglichenes Verhältnis von Humuszehrern und Humusmehrern ist wichtig. Zu den Humusmehrer gehören unter anderen Kreuzblütler und Hülsenfrüchte. Deren Wurzelmasse können deutlich humusnareichernd wirken. Kleegras, Luzerne, Ölrettich, Senf, Körnerlegumenosen oder Phacelia versorgen Böden mit einem Plus an organischer Substanz.

Leguminosen fixieren über ihre Wurzelknöllchen Luftstickstoff durch die Symbiose mit Rhizobien. Schwer verfügbare Phosphorverbindungen im Boden können aufgeschlossen und eingelagerte Nährstoffe aufgenommen werden.

Mit innovativen Pflanzenbausystemen und einer ganzjährigen Pflanzendecke gelingt es, Bodenleben wie Mykorrhizapilze und Bodenbakterien über die Fruchtfolge hinweg im Boden zu halten. Untersaaten oder Saatkobinationen bereichern den Boden und halten ihn aktiv. Auch wenn es im ersten Augenblick gegen das Verständnis der ertragsbezogenen Landwirtschaft ist – weniger kann am Ende mehr sein. Flächen eine Periode Brach liegen zu lassen hat im Hinblick auf teurere CO2 Zertifikate vielleicht mehr Wert als eine Maisernte für die Biogasanlage. 

Mykorrhizapilze und phosphorlösende Bakterien über das Jahr bei Laune zu halten sollte das Ziel bei der Wahl der Fruchtfolgen sein, denn nicht der Landwirt sollte die Pflanzen ernähren, sondern der Boden.

 

Darf ich eigentlich noch düngen?

Mineraldünger? „Nein, Danke!”

Das ist natürlich einfacher gesagt als getan, aber bei einem schnellen Humusaufbau hat Mineraldünger nichts zu suchen. Wichtig ist organisch zu düngen – und das über einen längeren Zeitraum bis sich das Bodenleben erholt hat und die volle Energie für eine ausgewogene Pflanzenernährung hat.

Im Prinzip sollte der entnommene Kohlenstoff auch wieder auf den Acker zurückfließen, entnommenes Stroh beispielsweise nachdem es als Einstreu verwendet worden ist – den ausgewogenen C/N-Wert sollte man dabei immer im Blick haben. Das Verhältnis sollte stets größe als 11 zu 1 sein!

Auch der PH-Wert ist bei der humusfreundlichen Düngung zu berücksichtigen. Er sollte stets neutral sein, eine bedarfsgerechte Kalkversorgung ist also förderlich. Saure Böden verringert das bakterielle Bodenleben.

Bodenhilfsstoffe wie Mykorrhizapilze, Stickstofffixierer oder phosphormobilisierende Bakterien können je nach Anbieter auch förderlich sein um einen toten konventionellen Ackerboden wieder zu renaturieren und für die Pflanzenversorgung zu nutzen.

Bodenuntesuchungen (CO2, NPK, KAT, Bodenleben) sind die Grundlage um die richtige Einstellung der Düngung vorzunehmen. 

 

„Der Boden ernährt die Pflanze,
nicht die Industrie.”

„Heute Humus dokumentieren,
morgen CO2 Zertifikate verkaufen.”

Carbon Farming - wieviel Humus ist auf dem Acker?

Kohlenstoff- / Humusanteil beproben

Wer den Humusanteil auf seinen Ackerflächen erhöhen möchte, sollte wissen wieviel Humus überhaupt vorhanden ist. Dafür läßt sich der Kohlenstoffanteil nach Dumas beproben. Über das Onlineportal agricoin.de läßt sich deutschlandweit online eine Humusbeprobung beauftragen und über die LUFA analysieren.

Über den Humusanteil läßt sich der CO2 Anteil ermitteln. Damit ist Humusaufbau auch mit der Speicherung von Kohlenstoff gleichzusetzen. Boden ist der weltweit größte C-Speicher und damit eine mögliche Lösung zur Bewältigung des Klimawandels.

Um eine CO2-Absorbierung nachweisen zu können muß der Flächeninhaber den Humusaufbau neutral dokumentieren lassen. Agricoin bietet diese neutrale Schnittstelle zwischen Landwirt, Landwirtschaftskammer und Beprober. Der Landwirt kann eine Erstbeprobung und nach Jahren eine abschließende Endbeprobung seiner Flächen beauftragen lassen, die Differenz stellt die CO2-Absorbierung dar.

Die richtig Erstbeprobung kann der erste Schritt sein um CO2-Zertifikate zu erstellen oder eine klimaneutrale Landwirtschaft umzusetzen.

Was ändert sich beim Carbon Farming?

Produkte für den Humusaufbau

Beachtet man alle Tipps zum Humusaufbau wird einem schnell klar, die Form der Landwirtschaft ändert sich grundlegend. Die Landwirtwirte müssen individueller auf örtliche Gegebenheiten eingehen und benötigen mehr Wissen über die Beschaffenheit Ihres Bodens an jeder Stelle ihres Ackers. Stetige Bodenbeprobungen und Analysen sind dafür der Grundstein.

Es gibt mittlerweise viele Produkte die je nach Boden den Humusanteil langfristig erhöhen können. Auch kann die Aufbereitung von Reststoffen wie Gülle, Gärrest oder Einstreu ein humusfördernder Faktor sein.

Viele Landhändler sehen hier den Markt der Zukunft und haben sich bereits auf humusaufbauende Produkte eingestellt. Planen Sie zusammen mit dem Landhändler die klimaneutrale Zukunft Ihres Agrar-Betriebes.

Torf-Alternativen wie zum vom Anbieter Texas-Bioenergie können einen klimaneutralen und wirtschaftlichen Ackerbau unterstützen. 

mehr Informationen zu humusaufbauende Produkte unter carbofarm.de

 
 

„Eine klimaneutrale Landwirtschaft
erfordert eine komplett neue Herangehensweise.”

Gibt es eigentlich Standards zur Senkenbestimmung?

Agri Carbon Storage 2030 Standard (ACS2030)

Um Kohlenstoffsenken auf Ackerflächen sicher und zuverlässig zu bestimmen, müssen einige Faktoren berücksichtigt werden. Sehr wichtig ist eine neutrale Probenentnahme und Analyse durch anerkannte Dritte. Auch die Anzahl der Einzelproben mit dokumentierter Entnahmeposition ist wichtig. Der ACS 2030 Standard beschreibt den zur Zeit nach wissenschaftlichen Kenntnissen höchsten Standard zur Bestimmung von Kohlenstoffsenken auf landwirtschaftlich genutzten Flächen (Sand, Schluff, Ton):

  • neutrale Entnahme durch akkreditierten Probennehmer
  • Mischprobe von mind. 25 Einzelproben pro Hektar
  • Dokumentation der Einzelproben durch RTK Geo-Daten
  • Berücksichtigung von 25 cm Beprobungstiefe

  • Analyse durch akkreditierte Institution
  • Kohlenstoffraktionierung nach DIN 19539
  • Stickstoff nach DIN EN 16168

  • Dokumentation durch neutralen Dritten
  • Senken-Bewertung nach ISO 14064